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Prainha do Canto Verde: so sieht es heute aus

Wer von der Küstenstrasse CE40 abbiegt, gelangt über die heute asphaltierte Stichstrasse nach etwa 8 km in „unser“ Dorf. Früher war dies eine der für Brasilien typischen Erdstrassen: Enorm staubig die meiste Zeit, tiefer Matsch bei den wenigen Regen.
Besucher, die vor Jahren das Dorf besucht haben, werden es heute schon äusserlich nicht wiedererkennen.
Vor der Dorfeinfahrt ist zwar noch immer eine hohe Wanderdüne mit Erfolg bemüht, die Zufahrt zu verschütten.
Die Strasse führt bis zuunterst zu den letzten Häusern am Meer. Sie wird jetzt nachts beleuchtet durch eine ganze Reihe von Kandelabern. Um den atemberaubenden südlichen Sternenhimmel zu betrachten, muss man heute halt seitwärts in die Tiefe oder ans Meer ausweichen.
Eine stattliche Zahl einfacher Häuser aus Stein ist entstanden. Einige wohl kaum je vollendete Bauruinen sind dennoch erhalten geblieben – der Sand wird sie vermutlich schamhaft zudecken.
Verschwunden sind die zahllosen herumstreunenden Schweine, kranken Hunde und Katzen – ein Erfolg der Gesundheitserziehung. Sie müssen sich nun innerhalb der Einzäunungen um die Häuser aufhalten.
Ein Rundgang durchs Dorf gibt einen Eindruck der Verbesserungen. Ein eigentliches Schulquartier wurde aufgebaut, mit mehreren Schulgebäuden, Werkräumen, Kindergarten, Kommunikationszentrum mit Satellitenanschluss, einer Aula mit Gemeinschaftsküche und einem Schulgarten.
Das Dorf ist heute voll elektrifiziert – vorbei auch die Zeit, wo die einzige lokale Möglichkeit zu telefonieren, ein „orelha“ (= Ohr) an einer Aussenwand des Gemeinschaftsraums, ständig bewacht werden musste!
Heute gibt es im dem ganzen Gemeindegebiet eine Bäckerei mit Holzofen; gegen fünfzehn kleine „mercadinhos“; ausserdem einen Laden ("Bodega"), wo von den Frauen und Kindern angefertigte Souvenirs, Handarbeiten, einfache Kleider und Unterwäsche sowie Fair Trade-Naturprodukte angeboten werden.
Die zehn kleinsten Läden verkaufen als Familienbetriebe Waren des Grundbedarfs wie Reis, Bohnen, Mehl. Einige mittlere Läden führen auch Früchte und Reiseproviant für Fischer und einer der Läden ist im Sortiment vergleichbar mit einem "Tante-Emma-Laden" in Europa.
Neben der seit langem bestehenden Pousada von Jõao und Ayla, die mit einer verschönerten und erweiterten Terrasse glänzt und 5 neuere Zimmer anbieten kann, gibt es die noch neuere Pousada „Recanto daMãezinha“ mit ebenso vielen Zimmern, alle mit Dusche und WC. Und in vielen weiteren Häusern stehen Gästezimmer bereit, die von den Eigentümern hergerichtet wurden und über den Tourismusverein vermietet werden. Dieser Verein bietet übrigens alle Übernachtungsmöglichkeiten und auch begleitete Exkursionen auf einer Preisliste an.
An Wochenenden und bei Festen öffnen fünf weitere Restaurants in der Strandzone ihre Türen für die Tagesbesucher.
Beim Rundgang um das Dorf selber lässt sich feststellen, dass nur noch ganz vereinzelt Hütten in Lehmbauweise stehen geblieben sind. Auffallend sind die bewässerten Anpflanzungen am Dorfrand. Hier zeigt sich bereits der Erfolg des Bio-Landwirtschaftprojekts mit wachsenden Grünflächen und Anbau von Süsskartoffeln, Kokospalmen, Fruchtbäumen, Zuckerrohr und allen Arten von Gemüse. Prainha verdient seinen Namen „grüne Ecke“ je länger je mehr!
Die ganze sichtbare Verbesserung der Infrastruktur, der Hygiene und der Lebensumstände der Anwohner allgemein ist zum grossen Teil den Projekten zuzuschreiben, durch welche die Anwohner die Ursachen der Misère erkannt haben und begreifen, wie sie sich überwinden lässt. Dies war möglich dank neuen alternativen Erwerbsmöglichkeiten und trotz gleichzeitigem Niedergang der Fischerei, insbesondere der Langustenfischerei, als Lebensgrundlage.
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