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Prainha do Canto Verde

Prainha do Canto Verde ist ein Fischerdorf 130 km südöstlich von Fortaleza im Bundesstaat Ceará gelegen. Es gehört zu der Präfektur von Beberibe.
Die niederschlagsarme Küstenzone Cearás ist gestaltet durch helle Sanddünen, in denen einzelne Süsswasserlagunen liegen, abwechselnd mit sandigen Ebenen und niedrigen Buschwäldern. Trotz der geringen jährlichen Regenmenge von ca. 400 mm können hier Menschen leben, weil grössere, nicht sehr tief liegende Grundwasservorkommen bestehen.
Dies ermöglichte den bescheidenen Anbau von Gemüse und Früchten zur Selbstversorgung.
Im Gegensatz zu dem meist noch viel trockeneren Landesinnern war so die Küste attraktiver Siedlungsraum und ein Zuwanderungsgebiet. Heute ist dieser Druck durch den erkannten touristischen Wert der Gegend massiv verstärkt worden.
Prainha do Canto Verde, das ist Sand, Wind, Meer, und Hitze.
Die Küstenlinie Prainhas ist langgestreckt und leicht geschwungen. Eine Vegetation fehlt fast ganz. Die asphaltierte eigentliche Küstenstrasse verläuft gut 10 km im Landesinnern und das Dorf wird auch durch eine heute asphaltierte Stichstrasse erschlossen.
Wind und Sand schaffen das eine Problem für die Lokalbevölkerung, die ewig weiter wandernden und alles verschüttenden Dünen nämlich. Die Landschaft ist ständigem Wechsel ausgesetzt. Es kommt vor, dass so die Lagunen geöffnet werden und sich wieder mit dem Meer verbinden. Häuser, Anpflanzungen und Strassen werden vom Sand eingedeckt.
Wind und Meereswellen sind das andere ständige Problem, sie erodieren ununterbrochen den Untergrund der oft allzu nah am Strand gebauten Häuser, so dass sie auseinanderbrechen und abstürzen.
Um 1850 erst liessen sich hier die ersten Siedler links und rechts des heutigen Dorfes nieder. Sie kamen um zu fischen und bauten sich einfache Hütten aus den knorrigen Holzstangen des Buschwaldes, die mit Lehm verkleidet und mit Palmblättern gedeckt wurden. Reste dieser Bauweise sind auch noch heute in Prainha sichtbar.
Zum besseren Verständnis der späteren Geschichte Prainhas und anderer Küstensiedlungen ist zu sagen, dass in ganz Brasilien die ersten 200m der Küstenzone der Verwaltung der Marine unterstehen, also dem Staat gehören. Die Siedler hatten aus dieser Optik gesehen die Funktion einer „ersten Verteidigungslinie“ gegen Angriffe vom Meer aus.
Das erste dokumentierte Ereignis bezieht sich auf das Jahr 1928, in dem drei Fischer eine abenteuerliche Segelfahrt mit ihrer Jangada bis nach Belém an der Amazonasmündung unternahmen.
1974 schwemmte ein seltener, sintflutartiger Regen das Wasser der angestiegenen Lagoa Jardim die Hütten der Anwohner ins Meer. Sie mussten sie darauf an sichereren Plätzen neu aufbauen.
Die idyllisch-ruhige Entwicklung des Ortes kam im Jahr 1976 hart unter Druck. Ein Landspekulant verschaffte sich mit zweifelhaften Methoden Einfluss und beanspruchte plötzlich das ganze Dorfgebiet für die touristische Immobilienspekulation.
Dies löste im Dorf erstmals einen organisierten Widerstand aus. Der damalige deutschstämmige Erzbischof Aloisio Lohscheider gründete mit den Anwohnern eine Menschenrechtsgruppe, leistete Rechtsbeistand und unterstützte den Protest gegen die geplante Vertreibung.
Die Bewohner von Prainha spürten offenbar bereits damals die Wichtigkeit, sich im Kampf gegen die ständigen Ungerechtigkeiten zu organisieren. Sie gründeten 1989 von sich aus den Einwohnerverein von Prainha do Canto Verde.
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